Der Wein und die Wahrheit
Im Wein liegt Wahrheit - oder nicht?
(JB) Im Wein liegt Wahrheit - ist das wirklich so ? Es gibt rund 16.000 Rebsorten, von denen 56 in Deutschland zugelassen sind. Häufig stammt das Lesegut hierfür aus einem der 13 bestimmten Weinbaugebiete. Normalerweise - aber was ist heute schon normal ? - besteht Wein aus folgenden Bestandteilen;
1.) Säure und Zucker sind im Saft der Traube. Der Zucker wird bei der Gärung in Alkohol verwandelt. Die Säure ist nötig, um den Wein einen angenehmen Geschmack zu geben.
2.) Tannin, kommt aus den Beerenhäuten, den Stielen und den Kernen der Traube. Es ist der Stoff, der Rotweine bitter machen kann.
3.) Alkohol verbindet die Weinaromen, mildert die Säuren und intensiviert das Geschmackserlebnis.
Aber....wie schon erwähnt, was ist (heute) schon normal ?
Informationen zu diesem Beitrag
Rubrik: Lebensmittel / Nahrung.
Thema: Im Wein ist nicht immer nur Wahrheit.
Timeline / Datum des Ereignisses: 2006.
Newsübersicht / Datum der Veröffentlichung (auf klugseite.de): 02.05.2010.
Autor / veröffentlicht von: Jürgen Blumenkamp.
Denn; wer Wein mit Tradition, Kultur und Romantik verbindet, sollte seinen Blick in einen modernen Weinkeller werfen. Dort wird Wein im großen Stile industriell gefertigt. Die Liste der erlaubten kellertechnischen Verfahren ist lang. Auch gibt es Zusatzstoffe, die dem Wein beigemengt werden dürfen. Davon erfährt der Verbraucher praktisch nichts, weil Wein nicht dem Lebensmittelrecht unterliegt und deshalb nicht drauf stehen muss, was drin ist. Was denn nun alles drin ist ? Wollen Sie es wirklich wissen ? Noch können Sie aufhören zu lesen....
Bild oben; ein schönes Glas Weißwein. Solange die Grenzwerte eingehalten werden, ist der Zusatz von Sorbinsäure erlaubt und muss nicht deklariert werden. Auch der Konservierungsstoff Velcorin darf drin sein. Beide Mittel sind ansich überflüssig, weil es heute andere Methoden der Weinbereitung gibt.
Gäbe es eine Deklarationspflicht, müssten beispielsweise auch Stoffe wie Holzchips, Wasser, Metaweinsäure und Citronensäure aufgeführt sein. Oder Gummi arabicum, ein Baumharz, das in der Lebensmittelindustrie gerne als Stabilisator, Verdickungsmittel und Füllstoff eingesetzt wird. Im Wein soll es das Mundgefühl verbessern. Wie bitte ? Ja richtig. Wir haben Sie ja weiter oben gewarnt, weiter zu lesen.
Bislang verleihen Winzer dem Wein durch Lagerung in Barrique-Fässern eine besondere Geschmacksnote. Barrique Fässer sind klein, sie fassen in der Regel 225 Liter, und sie werden mit Feuer behandelt. Hierin liegt das Geheimnis vom Barrique. Durch die heißen Flammen entsteht im Holz das begehrte (echte) Aroma. Diese Geschmacksstoffe gibt das Fass in der Lagerung an den Wein ab. Aber nach drei Jahren ist Schluss, das Fass ausgelaugt und 600 Euro Anschaffungskosten dahin. Das geht auch viel einfacher - und billiger.
Bild oben; Weintrauben der roten Rebsorte (Blauer Burgunder). Holzchips gibt es in vielen Qualitäten und sie sind billig. Im Vergleich zum Barrique-Fass, das mit 90 Cent pro Liter Wein zu Buche schlägt, kosten Chips gerade mal 5 Cent. Auf der Flasche wird nicht vermerkt, wenn ein Wein mit Chips behandelt wurde. Wein ist ein Industrieprodukt geworden und sein Ruf steht auf dem Spiel. Etwas mehr Offenheit würde nützen, damit jeder selbst entscheiden kann, was er trinken will und was nicht.
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