Der Fall Politkowskaja
Was geschah mit Politkowskaja?
(Fremdbeitrag) Wer die Wahrheit sagt, kann mit seinem Leben bezahlen. Zwei Tage nach dem Mord an der Journalisten Anna Politkowskaja hat der russische Präsident Wladimir Putin eine objektive Untersucherung zugesagt. Die Ermittler ergriffen alle Maßnahmen um die Umstände des tragischen Todes zu erhellen, hieß es in einer Erklärung des Kreml nach einem Telefonat mit US Präsident George W. Bush. Die russische Zeitung "Nowaja Gaseta" setzte umgerechnet 738000 Euro für Hinweise auf die Mörder aus.
Informationen zu diesem Beitrag
Rubrik: Politik.
Thema: Der Fall "Politkowskaja"
Timeline / Datum des Ereignisses: 2006.
Newsübersicht / Datum der Veröffentlichung (auf klugseite.de): 15.12.2009.
Autor / veröffentlicht von: Jürgen Blumenkamp.
Das Thema Meinungsfreiheit soll auch beim Petersburger Dialog in Dresden angesprochen werden, zu dem heute Putin und Bundeskanzlerin Merkel erwartet werden. Hintergründe; aus dem staatlichen Fernsehen und Rundfunk war die mutige Reporterin Anna Politkowskaja längst verbannt worden. Auch ihre Bücher wollte niemand mehr veröffendlichen. Die Angst vor Vergeltung sitzt tief in Russland: Niemand lehnt sich mehr aus dem Fenster, man schaut weg und verfällt in Gleichgültigkeit. Mit Politkowskaja ist das andere, das moralische Russland nun endgültig gestorben. Was in Russland "normal" ist, gibt es auch in vielen anderen Ländern......traurig aber wahr.
Bild oben; die Journalisten Anna Politkowskaja wurde ermordert
Übrigens; in den letzten Jahren wurden in Russland mehrere Journalisten ermordet, ohne das jemals ein Fall aufgeklärt wurde.
Stand 23.10.2006; die russische Regierung hat ein Strafverfahren eingeleitet. Grundlage ist ein Video aus Tschetschenien, das Politkowskaja zugespielt worden war. Darauf sei die Misshandlung zweier Männer durch Truppen des tschetschenischen Premiers Kadyrow zu sehen.
Stand 27.10.2006; nach einem Bericht der Moskauer Tageszeitung "Kommersant" wurden Ermittlungen gegen ehemalige Polizisten eingeleitet. Beamte aus der sibirischen Stadt Nischnewartowsk stünden im Verdacht, die Journalistin aus Rache für einen Artikel über einen Mord in Tschetschenien erschossen, oder Ihre Tötung in Auftrag gegeben zu haben.
Stand Februar 2007; Politkowskaja soll mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels geehrt werden. Dafür macht sich eine Gruppe von Publizisten und Historikern stark. Initatoren sind der Hostoriker Gerd Koenen, und der Journalist Norbert Schreiber. Mitte Februar 2007 wollen die beiden Frankfurter ihren Vorschlag offiziell dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels unterbreiten.
Nachtrag vom September 2007
Im Fall der ermordeten russischen Journalistin Anna Politkowskaja gibt es wieder weniger Hoffnung auf eine Aufklärung des Verbrechens. Ein Moskaufer Militärgericht hob den Haftbefehl gegen einen Mitarbeiter des Inlandsgeheimdienstes mangels Beweisen auf. Die Verhaftung basiere auf Mutmaßungen und sei daher unrechtmäßig. Aktuell seien noch 5 Haftbefehle in Kraft.
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