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Milchpulver und die EU

Das Milchpulver und die EU

(TH) Jahresrückblick. Vergiftete Geschenke - Wie die EU mit Milchpulver Afrika in die Armut treibt. Wer im Senegal einkauft, findet auf den Märkten kaum einheimisches Obst und Gemüse: Die Tomaten kommen aus Italien, die Kartoffeln und Zwiebeln aus Holland. In den Geschäften ist es ähnlich: Dort steht Trockenmilch, importiert aus Europa. In Afrika, wo 85 Prozent der Bevölkerung von der Landwirtschaft und Viehzucht leben, können lokale Milchproduzenten ihre Milch nicht mehr verkaufen, weil die importierte Trockenmilch erheblich billiger ist.

Informationen zu diesem Beitrag

Rubrik: Politik.
Thema: Milchpulver; die EU ist unfair zu manchem armen Bauern!
Timeline / Datum des Ereignisses: 2007.
Newsübersicht / Datum der Veröffentlichung (auf klugseite.de): 22.05.2010.
Autor / veröffentlicht von: Jürgen Blumenkamp.

Bild oben; bei solchen Milchpulverbergen, geliefert aus EU Ländern, vergeht jedem afrikanischen Bauern die Lust... Der Grund liegt in der Subventionspolitik der EU. Auch die Fischer Afrikas leiden darunter. Einst fuhren sie hinaus aufs Meer und kamen zurück mit reicher Beute: Doch heute gibt es kaum noch etwas zu fangen. Die Gewässer vor Mauretanien und dem Senegal sind leergefischt - von großen Fabrikschiffen, die von Europa, Russland oder Japan aus in See stechen. Die Rechte, vor ihren Küsten zu fischen, wurden den armen afrikanischen Ländern abgekauft - von der Europäischen Gemeinschaft.

Weil senegalesische Fischer kaum noch Geld mit der Fischerei verdienen können, rüsten viele ihre Boote um und vermieten sie an Menschenhändler, die Flüchtlinge aus Westafrika auf die Kanarischen Inseln schleusen. Die Bilder sind bekannt. Wer Glück hat, überlebt den Höllentrip. Wer noch mehr Glück hat, kriegt einen spanischen Pass. Und wer das vollkommene Glück hat, findet einen Job. Zum Beispiel als Matrose. Auf einem spanischen Fabrikschiff, das vor der Küste Westafrikas fischt. Ist das nicht ein traurige Ironie?

Ergänzende Links