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Spendenaffäre CDU, Teil 3

Der "Scheidebrief" von Merkel

Diese Erkenntnis führte bei Frau Dr. Merkel (heute, Stand 2010, Bundeskanzlerin) zu dem sog. "Scheidebrief", den Sie im Dez. 1999 an Herr Dr. Kohl, bzw. an die Frankfurter Allgemeinen Zeitung schrieb. Sie kritisierte seinerzeit sehr stark Hr. Dr. Kohl, dessen Gegner sie vermutlich schon lange war. Dieser Zeitungsartikel / Brief führte dann auch zu einem bisher nicht gekannten "Interviewkrieg" zwischen den ehemaligen "Männerfreunden" Kohl und Schäuble - schlussendlich endete dies in einer Eskalation, in der Kohl seinen Ehrenvorsitz zurück gab. Merkel hingegen profitiert. Sie wurde seinerzeit Parteivorsitzende. Und wie schon erwähnt, ist sie heute (noch) Bundeskanzlerin. Aber nichts währt ewig....

Der Essener Parteitag, April 2000

Letzlich war in Folge des Spendenskandales auf dem Essener Parteitag die "Finanzordnung" (lustiges Wörtschen :-) neu strukturiert worden. Die Verantwortung für Einnahmen und Ausgaben solle nun in einer Hand liegen. Unter Kohl war die Schatzmeisterei für die Einnahmen zuständig, der Generalsekretär - der jedoch keine Macht über den Schatzmeister hatte - war lediglich für die Ausgaben zuständig. Kohl hatte die alte Regelung so lange wie möglich aufrecht halten wollen, weil dadurch (offenbar) die Zahl der Mitwissenden eingeschränkt werden konnte.

Schreiber und die Enthüllungen

Verfügt Schreiber, der das Geld in Bar in einem Briefumschlag übergeben hatte, wirklich über "Enthüllungen"? Heute spielt all das eh keine Rolle mehr. Viele sind gar nicht mehr in der Politik tätig. Schäuble jedoch ist nach wie vor noch politisch aktiv. Und für die CDU kommt der Zeitpunkt der Schreiber-Verhaftung auch ziemlich ungelegen. Denn im Herbst 2009 wurden 20 Jahre Deutsche Einheit gefeiert. Die Union hatte darauf gehofft, dass die einstige "Spendenakquise" Kohls in der Bevölkerung langsam vergessen wird, und das seine Leistung als "Vater der Deutschen Einheit" wieder ohne Einschränkungen gepriesen werden können. Damit tut sie sich jetzt wieder schwerer, denn die "Bevölkerung" vergisst manchmal doch nicht so schnell...

Ergänzende Links