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Zwischenfall AKW Forsmark

Der Störfall im AKW Forsmark / Schweden

AKW Störfall in Forsmark / Schweden. Es war grosses Glück, dass der Zwischenfall in einem schwedischen Atomkraftwerk nicht zum GAU wurde, sagen Fachleute. In letzter Sekunde ist die Menschheit vor einer Katastrophe bewahrt worden. Das lag daran, dass ein Mann sich über die Vorschriften hinwegsetzte. Hätte sich der Mann an die Vorschriften gehalten, hätten wir vermutlich 20 Jahre nach Tschernobyl ein zweites "Tschernobyl" gehabt. Ein kleiner schwedischer Ort in der Provinz Uppland; Forsmark . Nur ungefähr 60 Menschen wohnen dort. Das überhaupt jemand den Namen des Dorfes kennt, liegt nur an dem Atomkraftwerk, das dort steht - eines von drei Kernkraftwerken.

Informationen zu diesem Beitrag

Rubrik: Politik.
Thema: Der Zwischenfall im AKW Forsmark.
Timeline / Datum des Ereignisses: 2006.
Newsübersicht / Datum der Veröffentlichung (auf klugseite.de): 07.12.2009.
Autor / veröffentlicht von: Jürgen Blumenkamp.

Jetzt ist das kleine Dorf in aller Munde

Seit ein paar Tagen ist das Dorf in aller Munde, und Forsmark hat einen Helden: Nicklas Sjulander. Der 34-Jährige arbeitet in dem Atomkraftwerk, in dem es vergangene Woche zu einem gewaltigen Störfall gekommen ist - ganz nah an der Kernschmelze, und damit dem GAU ins Auge blickend. Fachleute bezeichnen den Zwischenfall als den gefährlichsten nach Tschernobyl (1986) und Harrisburg. Das es zu keinem GAU gekommen ist, ist reines Glück gewesen, sagte der Kernkraftexperte Lars-Olov Höglund.

Das Richtige zum richtigen Zeitpunkt getan

Hätte Nicklas Sjulander nach der Vorschrift gehandelt, erst 30 Minuten nach dem ersten Alarm einzugreifen, wäre Forsmark vielleicht als neues Tschernobyl in die Geschichtsbücher eingegangen. Sjulander sagte: "Ich hatte keine Angst, ich wusste, dass schnell gehandelt werden musste."

Vorschrift: erstmal abwarten, was passiert.

Es war kurz nach Mittag am damaligen Dienstag, als der Alarm im Kontrollraum von Reaktor 2 des Kernkraftwerks ertönte. Mit Reaktor 1 stimmt etwas nicht, sagte Sjulander. Nach einem Kurzschluss und anschließendem Stromausfall war der Reaktor kaum mehr zu kontrollieren. Das Ding machte was es wollte. Was ist los? Das Personal im Kontrollraum habe ihm zu verstehen gegeben, das es die Situation nicht mehr alleine in den Griff bekäme. In den Sicherheitsanweisungen des Atomkraftwerks heiße es, das Personal solle in den ersten 30 Minuten nach dem Alarm keine manuellen Maßnahmen ergreifen. Zunächst müsse das Personal die Situation sorgfältig analysieren.

Erstmal eine Krisensitzung einberufen :-(

Aber wenn ein Zwischenfall in dieser Größenordnung passiere, breche eben Chaos aus, so Sjulander. Es gebe niemanden, der direkte Anweisungen erteile, zunächst werde eine Krisensitzung einberufen. Ein Problem könne schließlich mehrere Ursachen haben. Resultat der Beratungen war, dass Sjulander nach genau 21 Minuten und 41 Sekunden - also gut acht Minuten bevor die Mitarbeiter eigentlich in Aktion treten sollen - handelte. Sjulander ging in den Kontrollraum und drückte einen Knopf, der die fehlerhafte Schaltanlage steuert. Ich habe Strom aus einem externen Netz angekoppelt, und dadurch sind die beiden Dieselgeneratoren wieder angesprungen, sagt Sjulander. Forsmark war gerettet, denn nun hatte die Steuerrung wieder Strom.

Ergänzende Links