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Auf in die Klimahölle

Bald kommt das Meer zu Ihnen

JB. Warum fahren Sie noch ans Meer? Demnächst kommt das Meer zu Ihnen! Wir rasen in die Klimahölle. Was wie ein schlechter Witz klingt, kann bald Realität werden. Mehr noch, es wird wahrscheinlich schon in wenigen Jahrzehnten Realität werden. Die Klimaforscher haben für dieses Jahrhundert einen Temperaturanstieg von 6,4 Grad Celsius errechnet - als Obergrenze. Das wäre genug Wärme, um Grönland komplett vom Eis zu befreien. Dadurch allein steigt der Meeresspiegel um sieben Meter an. Die Deiche an der Nordsee halten da nicht mehr mit.

Informationen zu diesem Beitrag

Rubrik: Umwelt.
Thema: Auf gehts in die Klimahölle.
Timeline / Datum des Ereignisses: 2005.
Newsübersicht / Datum der Veröffentlichung (auf klugseite.de): 23.08.2010.
Autor / veröffentlicht von: Jürgen Blumenkamp.

Wir müssen mehr Klimaschutz betreiben.

Bild oben; ganze Strassen sind überflutet. Solche Bilder sehen wir demnächst immer öfter. Aber Eis gibt es auch woanders, vor allem in der Antarktis. Auch davon wird eine Menge schmelzen. Folge: Das Meer steigt weiter. Zusätzlich werden immer öfter schwere Stürme und Tornados über die Erde fegen. In anderen Weltregionen wie Afrika werden die Menschen von Dürrekatastrophen ungeahnten Ausmaßes heimgesucht. Epidemien werden sich ausbreiten. Krankheiten wie die Malaria könnten in Deutschland heimisch werden. Bei den möglichen Temperaturen würden sich die Erreger hier wohlfühlen. Damit es nicht soweit kommt, müssen wir alle sofort anfangen, Klimaschutz zu betreiben. Das ist natürlich unbequem. Aber es ist richtig, mitzumachen!

Es fehlt der politische Wille

Der Klimawandel legt an Geschwindigkeit zu. Die Erwärmungsrate für die letzten 50 Jahre ist nahezu doppelt so groß wie die für die vergangenen 100 Jahre. Der Meeresspiegel stieg von 1961 bis 2003 mit einer jährlichen Durchschnittsrate von 1,8 Millimeter; diese Rate verdoppelte sich fast zwischen 1993 und 2003 auf 3,1 Millimeter pro Jahr. Gebirgsgletscher und Schneebedeckung der Erde haben sich verringert. Nun gibt es keine Ausreden mehr. Die Faktenlage ist erdrückend, sagt Greenpeace. Besorgniserregend ist vor allem das steigende Tempo der Klimaveränderungen, speziell in den vergangenen zehn Jahren. Der Klimawandel ist von Menschen gemacht und es liegt in unserer Hand, das Ruder herum zu reißen. Es fehlt der politische Wille.

Hält die Bundesregierung Ihre Versprechen?

Angesichts der Klimahölle und der schwerwiegenden Folgen müssen sofort drastische Maßnahmen ergriffen werden. Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel muss die Einhaltung ihrer vollmundigen Versprechen und ihren vollen Einsatz für mehr Klimaschutz nun auch umsetzen. Deutschland muss seine Vorreiterrolle wahrnehmen und sich ohne weitere Bedingungen zur Senkung der Treibhausgase um 40 Prozent bis 2020 verpflichten. Es mangelt nicht an wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Bedrohung des Klimawandels, es fehlen weder klimafreundliche Technik noch innovative Ideen zur Vermeidung von Treibhausgasen. Es fehlt lediglich der politische Wille...

Zweifler und Widersacher

Der Bundesregierung fällt beim Lesen des IPCC-Berichts lediglich ein, Millionen für die Erforschung des Klimawandels auszugeben. Doch was soll da noch erforscht werden? Der Klimawandel ist da! Und er gewinnt an Fahrt. Das wollen auch andere nicht wahrhaben: Die britische Tageszeitung Guardian berichtet, dass das der Ölindustrie nahestehende American Enterprise Institute (AEI) Forscher aufruft, den IPCC-Bericht anzuzweifeln. Dazu lobt das Institut 10.000 Dollar für jeden Artikel aus und übernimmt Reisekosten und Spesen.

Bundesregierung muss besser lesen

Greenpeace und der Dachverband der Europäischen Erneuerbaren Energien-Industrie (Erec) haben vor wenigen Tagen einen globalen Masterplan zur Abwendung des drohenden Klimawandels veröffentlicht. Die Machbarkeitsstudie Energie (R)evolution zeigt, dass durch Energiesparmaßnahmen sowie die verstärkte Nutzung von Wind-, Wasser- und Sonnenkraft der Anstieg von Treibhausgasen bis 2050 halbiert werden kann. Dadurch bliebe die Erderwärmung unter zwei Grad Celsius. Die Bundesregierung sollte diesen Masterplan besser lesen.

Ergänzende Links